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Gedichte

Ich werde so bleiben

Ich werde mich nicht ändern, nur weil jemand es so will.
Ich werde nicht schweigen, nur weil jemand sagt: sei still.
Ich werde immer so bleiben, wie ich bin,
 Denn nur so, hat das Leben einen Sinn
.
(Verfasser mir unbekannt) 

Des Wolfes Auge

Ein Wolf - er schaut mir in die Augen,
er will mir meine Sinne rauben.
Magisch zieht er mich in seinen Bann,
ob ich mich noch befreien kann?

Seine gelben Augen funkeln
wie Diamanten im Dunkeln.
Ich kann meinen Blick nicht von ihm reißen,
wie hat er doch gleich noch geheißen?

Unsere Seelen haben sich gefunden,
reißen auf uralte Wunden.
Vor Jahren den Gefährten verloren,
ist er in dieser Gestalt wiedergeboren?

Nein - es sind nicht dieselben Augen,
die mir meine Sinne rauben.
Magisch zieht er mich in seinen Bann,
ohne dass ich mich befreien kann.
(Verfasser mir unbekannt) 

Bitte bleib

Lange kannte ich dich nicht, 
da standest du schon bei Gott vor Gericht. 

Ich wollte das nicht verstehen 
und ließ dich nicht gehen. 

Ich dachte, dass ich ohne dich nicht leben mag 
und bat dich: "Bitte bleib' noch einen Tag." 

Deinen Kopf, den streichel' ich. 
Was hier passiert, versteh' ich nicht.

Ich glaube nicht, dass ich deinen Tod ertrag´, 
"Bitte bleib' noch einen Tag." 

Beim letzten Schritt, da halt' ich dich. 
Dein Blick sagt mir: "Ich liebe dich." 

Gute Zeiten hatten wir, 
komm zurück und bleib bei mir. 

Zu spät, es ist vorbei. 
Meiner Kehle entrinnt ein Schrei. 

Nie werde ich dich vergessen, 
kein Hund kann sich an dir messen. 

Ein neuer Hund, der ist schon da. 
Für mich das Beste, ist wohl klar. 

Und wenn er das Leben nicht mehr mag, 
frag´ ich wieder: "Bleib´ noch einen Tag."


(von Nicole)

Warten

Ich bin allein, es ist schon Nacht 
und stille wird's im Haus. 
Dort ist ein Feuer angefacht, 
dort ruht mein Herr sich aus. 
Er liegt im warmen Federbett, 
deckt bis ans Ohr sich zu, 
und ich auf meinem harten Brett 
bewache seine Ruh'.
 
Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht, 
der Wind aus Ost weht kalt; 
die Kälte ins Gebein mir kriecht, 
ich bin ja auch schon alt. 
Die Hütte, die mein Herr versprach, 
erlebe ich nicht mehr, 
der Regen tropft durchs morsche Dach, 
Stroh gab's schon längst nicht mehr. 
Die Nacht ist kalt, der Hunger quält, 
mein Winseln niemand hört – 
und wüßt' mein Herr auch, was mir fehlt 
er wird nicht gern gestört. 
Die Nacht ist lang, zum zehnten Mal 
leck ich die Schüssel aus, 
den Knochen, den ich jüngst versteckt, 
den grub ich längst schon aus. 
Die Kette, die schon oft geflickt, 
sie reibt den Hals mir bloß. 
Sie reicht nur noch ein kurzes Stück, 
und nie werd' ich sie los. 

Was Freiheit ist, das lern' ich nie, 
doch weiß ich, ich bin treu. 
So lieg ich, warte auf den Tod, 
denn dieser macht mich frei.
(Verfasser mir unbekannt) 


Er ist eben mein Hund


Er ist mein drittes Auge, das über die Wolken blickt,
mein drittes Ohr, das über die Winde lauscht.
Er ist der Teil von mir, der sich bis zum Meer erstreckt.
Wie er sich an meine Beine lehnt, 
beim leisesten Lächeln mit dem Schwanz wedelt,
seinen Schmerz zeigt, wenn ich ohne ihn ausgehe,
all das sagt mir tausendmal, 
dass ich der einzige Grund seines Daseins bin.

Habe ich Unrecht, verzeiht er mir mit Wonne.
Bin ich wütend, bringt er mich zu lachen.
Bin ich glücklich, wird er vor Freude fast verrückt.
Mache ich mich zu Narren, sieht er darüber hinweg.
Gelingt mir etwas, lobt er mich.

Ohne ihn bin ich ein Mensch unter vielen.
Mit ihm bin ich stark. 
Er ist die Treue selbst.
Er lehrt mich die Bedeutung der Hingabe.
Durch ihn erfahre ich seelischen Trost und inneren Frieden.

Er lehrt mich verstehen, wo vorher meine Ignoranz war.
Sein Kopf auf meinem Knie heilt meine menschlichen Schmerzen.
Seine Gegenwart schützt mich 
vor Dunkelheit und Unbekanntem.
Er versprach auf mich zu warten, wann und wo auch immer,
denn ich könnte ihn ja brauchen.
Und ich brauche ihn - wie schon immer. 

Er ist eben mein Hund.
(Verfasser mir unbekannt) 

Wenn es soweit ist 
 

Bin ich dereinst gebrechlich und schwach 
und quälende Pein hält ständig mich wach - 
was Du dann tun musst - tu es allein. 
Die letzte Schlacht wird verloren sein. 

Dass du sehr traurig, verstehe ich wohl. 
Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll. 
An diesem Tag - mehr als jemals geschehen - 
muss Deine Freundschaft das Schwerste bestehen. 

Wir lebten zusammen in Jahren voll Glück. 
Furcht vor dem Muss? Es gibt kein Zurück. 
Du möchtest doch nicht, dass ich leide dabei. 
Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei. 

Begleite mich dahin, wohin ich gehen muss. 
Nur - bitte bleibe bei mir bis zum Schluss. 
Und halte mich fest und red mir gut zu, 
bis meine Augen kommen zur Ruh. 

Mit der Zeit - ich bin sicher - wirst Du es wissen, 
es war Deine Liebe, die Du mir erwiesen. 
Vertrauendes Wedeln ein letztes Mal - 
Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual. 

Und gräme Dich nicht, wenn Du es einst bist, 
der Herr dieser schweren Entscheidung ist. 
Wir waren beide so innig vereint. 
Es darf nicht sein, dass Dein Herz um mich weint.
 
(Verfasser mir unbekannt) 

 

 

Ein treues Herz, ein treuer Blick, 
das gibt´s noch auf der Welt - 
denn auch im Schmerz - 
nicht nur im Glück 
ein Wesen zu Dir hält. 

In Freud und Leid, zu jeder Stund´, 
hält einer treu zu Dir: 
Dein Hund. 

Er dankt für jedes kleine Glück 
und blickt Dich an beseelt. 
Er spricht zu Dir mit seinem Blick, 
da ihm die Sprache fehlt. 

Erkenn´ den Wert, bevor´s zu spät, 
sei gut zu Deinem Tier - 
denn wenn Dein Hund einst von Dir geht, 
wer hält dann die Treue Dir?! 
(Verfasser mir unbekannt) 

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