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Arco`s Zeit nach der OP

Wie vorne schon beschrieben leidet Arco an schwerster Form der HD, was für ihn sehr schmerzhaft ist (bzw. halb war) und wir uns somit gezwungen sahen zu handeln. Für uns kam es nicht in Frage, ihn einschläfern zu lassen, nur weil er krank ist, denn er hat uns in den drei Monaten, die er vor der Op bei uns war so viel gegeben, das wir der Meinung sind, Alles für ihn tun zu müssen und tun zu wollen. Denn wir vertreten den Standpunkt:

Wer sich ein Tier ins Haus holt, muss sich vorher der Verantwortung bewusst sein und das heißt auch, ein Tier durch gute und schlechte Zeiten zu begleiten, auch wenn es bei uns mehr oder weniger mit der schlechten Zeit angefangen hat!
Als wir die Diagnose bekamen und dann die Möglichkeiten wussten, haben wir auch hin und her überlegt, was denn wohl die richtige Entscheidung wäre, aber mit genug Unterstützung im Rücken und auch jede Menge Kopfschütteln natürlich haben wir die Entscheidung getroffen, bei Arco die Femurkopfresektion machen zu lassen. Der Termin war für den 07.01.2003 angesetzt und ich kann euch sagen, dieser Tag (wie auch die folgenden zwei Wochen) waren einfach nur die Hölle. Ich brachte Arco morgens um acht zum TA, wartete bis die Narkose wirkte (was bei ihm immerhin ne halbe Stunde gedauert hat, weil er sich dagegen gewehrt hat und der Doc nachspritzen musste, so was hab ich vorher noch nie gesehen) und fuhr schweren Herzens nach Hause. Ich hatte natürlich keine Ruhe und rief gegen 12.30h  an, aber da sagte man mir es würde noch Operiert. - Oh Gott, war was Schiefgelaufen?? Normalerweise dauert die Op so ca. 1-1,5 Std. bei unserem jedoch dauerte das ganze über zwei!!! Als dann endlich der Anruf kam, fuhren wir (diesmal mein Schatz mit, das konnte ich nicht alleine) ihn endlich abholen ( es war mittlerweile 15.00h!!!!)Wir gingen rein (fragt mich nicht, wie ich gefahren bin) und da hörte ich meinen süßen schon. Er hatte uns reinkommen hören und fing hinten im Aufwachzimmer an zu bellen. Die Sprechstundenhilfe ging ihn holen und als ich ihn sah, schossen mir die Tränen in die Augen. Das Bild war zum heulen:

Ein stattlicher Kerl von mittlerweile 65 cm Schulterhöhe kam um die Ecke gehüpft, auf drei Beinen total benommen und hilflos weil er nicht wusste, wie er seine Freude, uns zu sehen zum Ausdruck bringen sollte. Mir blutete das Herz und ich zweifelte zum ersten Mal richtig, ob unsere Entscheidung wirklich so gut war, wie wir uns das erhofften. Wir unterhielten uns noch lange mit dem Doc, da ich genau wissen wollte, wie ich mich jetzt verhalten muss, was Arco darf, soll oder nicht soll.....Ich hob ihn ins Auto( mein Schatz schimpfte zwar, da ich den Rücken kaputt habe und nicht so schwer heben soll, aber er ist MEIN Hund und Ich tue alles für ihn) und los ging's nach Hause, ein Bild des Jammerns im Kofferraum.

Endlich ( nach nur 15 Minuten Autofahrt) kamen wir dann an, natürlich trug ich ihn hinein und legte ihn  gaaaaaaanz vorsichtig auf seine Decke, bzw. unsere Plümos, da er ja weich liegen sollte. Ich machte mir natürlich nen Kopf, wie es sein wird, wenn er pieseln müsste, aber zum Glück war meine Kopping umsonst, denn um 17.ooh musste er raus und stand alleine auf. Natürlich auf drei Beinen er guckte noch n bissel bedeppert, aber das war ich ja jetzt schon gewöhnt. Also hoppelte er die Bohle runter die wir extra für ihn über die Stufen gelegt hatte und pieselte gaanz vorsichtig und quasi in Zeitlupe. Er legte sich dann umständlich wieder hin und schlief weiter. Für uns stand fest, das wir "erstmal" auf der Couch schlafen, da Arco es gewöhnt ist mit im Schlafzimmer zu schlafen und damit er nit denkt er würde bestraft, schliefen wir unten, bzw. ich schlief die erste Nacht aufm Boden da ich fühlte, das er sich ankuscheln muss um mit der Situation umzugehen.

Ich lag auch noch nicht ganz bei ihm, dann rückte er so nah, das er fast auf mir drauf lag, und das ist bei stolzen 30 kg auf Dauer nicht angenehm, aber- ja mei wenn er's braucht. Um 6.00h trank er das erste Mal und um 9.00h gab's Happa Happa, er durfte ja endlich wieder. Was war das schon für n tolles Gefühl, das er Hunger hatte. Mein Doc sagte mir, das es bestimmt zwei bis drei Wochen dauern würde, bis er die Pfote aufsetze aber da hatte er die Rechnung ohne unseren Arco gemacht. Nachmittags um 14.00h setzte er die Pfote mal ganz vorsichtig mit auf ( natürlich ohne sie zu belasten) aber immerhin.Spazieren "gehumpelt" bin ich die erste Woche mit ihm gar nicht, bis er von alleine kam und vorne Raus wollte. Das wollte er aber nur, wenn er relativ fit war und das war er bei Gott nicht jeden Tag.

 

 

Wir fuhren zwei Tage später zur Kontrolle und der Doc war zufrieden, also wir auch, obwohl ich abends auf der Couch gelegen habe und mir die Seele ausm Leib heulte, weil es doch wesentlich härter war als ich mir das in meinen Schlimmsten Träumen hätte vorstellen können.Sein operiertes Bein wurde auf einmal am zweiten Tag dicker  und dicker und dicker, also Doc angerufen und einen vorgejammert. Er beruhigte mich aber und meinte, das sei ein Hämatom (Bluterguss) der entstanden ist, weil Arco ziemlich schmal gebaut ist und er bei der Op ein bissel dehnen musste um überall hin zu kommen um den Femurkopf auch schön rund schleifen zu können. (Meine Frage: Warum hat er den Schnitt nicht einfach größer gemacht???)

Nach der ersten Woche wollte oder konnte er sich nicht mehr alleine hinlegen und ich lief fast Amok. Wie sollte ich ihn alleine hinlegen, wenn Einar arbeiten ist??? Das ging bei den ersten Versuchen natürlich nicht ohne Junken, aber Arco und ich versuchten es immer wieder und nach ungefähr dem sechsten Mal klappte es auch.

Natürlich für mich wieder ein Grund, den Doc anzurufen. Als dann auch noch die Pfote immer dicker wurde, war ich fast am Ende. Also- wieder den Doc angerufen, ihm die Sache geschildert- na ja, das Hämatom wandert jetzt in die Pfote- gutes Zeichen, dann wird das Blut vom Körper zum Herzen transportiert und die Schwellung geht zurück. (Wieso wird einem das nicht gesagt, wenn man den Hund nach der Op nach Hause holt???)Sehr gut, da Arco seitdem nicht einmal die Pfote auf den Boden gesetzt hat, aber würden wir auch nicht tun, wenn wir so einen Klumpfuss hätten, oder??

Aber immerhin war er schon wieder so fit, das ich die Schmerzmittel runter setzen konnte und er wieder neugierig auf seine Umwelt wurde.

Nach zehn Tagen bekam er die Fäden gezogen und ab da ging`s drastig bergauf. Der Doc war sehr zufrieden mit Arco und ich schöpfte langsam wieder Hoffnung, das alles gut wird. Das schlimmste für uns alle war, das Arco sich immer ergeben wollte, aber sobald er auf dem Rücken lag, fing er an zu jaulen, da es verständlicherweise wehtat.Aber mittlerweile sind 5 1/2 Wochen vergangen und der größte Weltschmerz überstanden, denn Arco läuft fast wieder normal, außer wenn er es eilig hat hoppelt er noch mal auf drei Beinen was allerdings auch von Tag zu Tag besser wird. Das schönste für mich war vor einer Woche, als der Doc sagte, er darf und soll jetzt wieder alles machen, denn das hieß für uns: Endlich wieder im Bett schlafen, denn wir waren tapfer und haben die ganzen 5 1/2 Wochen auf der Couch verharrt. Heute (14.02.2003) haben wir das erste Mal wieder Stöckchen schmeißen gespielt, und er lief fast die ganze Zeit auf allen Vieren. Für jeden anderen mag das vollkommen normal sein aber wenn ihr ein Tier habt, das so was durchmachen muss, seht ihr das mit ganz anderen Augen. So, wenn ihr noch Fragen haben solltet, mailt mir einfach und ich antworte, denn ausführlicher möchte ich nicht schreiben sonst wird's für viele langweilig. Hier noch einige Bilder von meinem Süßen die ich gemacht habe, als wir endlich wieder laufen konnten.

 

Hier mein Süßer heut im Wald, schon aufm Heimweg.

Kurzes positionieren vor der Kamera (ja auch das Sitz und Platz funktioniert jetzt wieder) so ein Mist aber auch !!

                                                 

 

 

Er ist zumindest so fit, das er`s sich wieder auf der Couch bequem macht und nit mehr davor *gg*

 

Arco beim erschnüffeln der Artgenossen- ja wen haben wir denn da??

 

 

Hier seht ihr unseren Dicken heute, nachdem er über eine Stunde quer durchs Feld gelaufen ist, total erschlagen auf unserer Couch liegend.

 

 

So, nach eingehender Überlegung und Information haben wir uns entschlossen, bei Arco eine GI vornehmen zu lassen, rein prophylaktisch (vorsorglich) weil wir versuchen wollen, die Linke Hüftseite so lange wie möglich Schmerzfrei zu halten.