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Arco`s Krankheit

Hier werde ich euch etwas über Arco`s Krankheit, den Verlauf, die Diagnose und die Behandlung erzählen. Wie vorne schon geschildert bekamen wir Arco im zarten Alter von fünf Monaten. Was wir allerdings zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten war das wir keine drei Monate später eine Hammerdiagnose bekommen würde, die mir im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füssen weg gezogen hat. Ich hatte ca. eine Woche nachdem Arco bei uns einzog den Verdacht, das was mit seinen Hüften nicht stimmt, also lief ich zu meinem Papi (man kann noch so erwachsen sein - für Rat und Tat sind Eltern immer da), der immerhin über ca. 30 Jahre Hunde Erfahrung verfügt und klagte ihm meinen Verdacht, mit den Nerven schon fast am Ende. Er guckte sich das Gangbild an und sagte, das es auch am Wachstum liegen könnte, weil Arco immer so Wachstumsschübe von ca. 5 cm hatte. Ich glaubte dieses natürlich nur zu gerne obwohl ich innerlich trotzdem noch große Zweifel hatte. Dazwischen gab es schmerzfreie Phasen- woraufhin sich mein Verdacht wieder zerstreute- was sich allerdings als falsch rausstellte. Nach etwa 3 weiteren Wochen fing Arco dann an beim Aufstehen immer schwerfälliger zu werden aber ich glaube, so was übersieht man nur zu gerne. Als er dann allerdings anfing, nicht mehr ganz soviel zu laufen (bzw. er lief eigentlich noch gut und sprintete auch durchs Feld, wollte jedoch danach in Ruhe gelassen werden), er noch schmusiger wurde als er eh schon war und vermehrt anfing, in die Hände zu beißen, bzw. daran rum zu knabbern, konnte und wollte ich das alles nicht mehr übersehen. Also ran ans Telefon, Mami angerufen, damit sie auf unseren Stöpke aufpasst, rein ins Auto und mit nem total unguten Gefühl ab zum Tierarzt. Und ich muss sagen, als er mich sah ging ihm schon das Gesicht nach unten denn nach dem ersten Blick auf Arco war seine Diagnose klar, nur wollte er es in diesem Moment nicht so krass ausdrücken, da er drei Monate zuvor meine erste Hündin einschläfern musste. Aber Hart im nehmen (wie man ja so sein muss) wollte ich es natürlich wissen, aber er fragte nur, ob er's mir wirklich sagen müsse oder ob ich nicht doch wüsste, was die Diagnose sei. Plumps ich kann euch sagen - Spucke weg - Atemnot - Lieber Gott lass mich doch einfach nur Sterben <- meine ersten Gedanken in diesem Moment. Also doch - Hüftdysplasie - warum immer ich???Nun gut, todunglücklich mit Tränen in den Augen fuhr ich nach Hause, nachdem ich einen Termin fürs HD - Röntgen für den nächsten Morgen gemacht hatte, bedauerte den Hund aus tiefstem Herzen bis ich zu Hause ankam. Meine Mom guckte mich nur an- zack -mein Nervenzusammenbruch kam. Ich weiß nicht, wie laut ich weinte um meinem ganzen Schmerz Luftzumachen - ich weiß nur unser Stöpke wurde wach und guckte mich mit großen Augen an. Meine Mom ging dann irgendwann, mein Schatz war auf Arbeit, Sohnemann dann auch irgendwie ins Bett gebracht, dann schnappte ich mir Arco, legte mich mit ihm auf die Couch und weinte, weinte, weinte, da ich vom schlimmsten Grad ausging ( zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht wusste, wie viele Möglichkeiten es für Hunde gibt, damit sie NICHT sterben müssen). Nachdem ich irgendwann keine Tränen mehr hatte dachte ich, setz ich mich doch am PC und gucke mal im Netz was ich unter dem Suchbegriff "HD" so finden würde. Und ich war überrascht. Jede Menge, von Diagnostik angefangen über Ursachen bis hin zu Behandlungsmethoden. Na ja wie ihr euch denken könnt, einmal vertieft, hab ich nichts mehr registriert. Nachdem ich die halbe Nacht am PC verbrachte, fuhr ich mit Arco zum Doc fürs Röntgen und als der Doc vom Röntgen kam und mich nur anblickte dachte ich : "Der nächste Hund der gehen muss" . Der Doc sprach dann meine schlimmsten  Befürchtungen aus - HD schwersten Grades-beidseitig!!!!Nachdem ich mich gefasst hat (was tut mir mein Doc leid, Sprechzimmer fast unter Wasser) ließ ich mir das dann genau erklären. Die einzigen Optionen die wir hatten waren:

1. Ihn zurück zum Züchter bringen

2. Ihn einschläfern zu lassen

3. Ihn operieren zu lassen

Na ja , zurück zum Züchter hätte nichts gebracht, weil ich damit nicht hätte leben können, einschläfern - nicht zwei Hunde in drei Monaten und vor allem nicht solange Hoffnung besteht!!! - also blieb nur die OP. Mein Doc schlug mir vor, eine
Femurkopfresektion (Fkr) zu machen und da ich ja schon einiges gelesen hatte wusste ich was er meinte, ließ es mir aber dennoch mal erklären. Da kein anderer Ausweg blieb machten wir den Termin für drei Wochen später fest (07.01.2003) und ich fuhr traurig zurück, alleine da Arco ja seine Narkose ausschlafen musste. Wie gesagt, der Termin für die Op stand, aber was würde Einar dazu sagen?? Aber - ich muss sagen ich hab nen prima Kerl geheiratet - er hörte sich das alles an und stimmte auf Anhieb zu. Aber wie ich nun mal bin, gab ich mich mit der einen Aussage vom TA nicht zufrieden surfte im Netz das mein Mann schon komisch guckte und schrieb einfach Tierärzte an, deren Email Adressen ich fand. Zudem schaute ich mir noch etliche Homepages an, die mit dem Thema HD irgendwas zu tun haben. Durch eine dieser Hp`s bekam ich die Adresse von einer Nürnberger Tierklinik die darauf spezialisiert ist, künstliche Hüften (Endoprothesen) einzusetzen. Also die auch angeschrieben und siehe da, am nächsten Tag hatte ich Antwort. Dieser Doc sagte mir, das es sinnvoller wäre, die Endoprothesen einzusetzen, da Arco evtl. mit einem Gewicht von 50-70 kg zu rechnen hätte Aufgrund seiner Abstammung, wir aber noch mindestens 6 Monate warten müssen da diese Op nur bei ausgewachsenen Hunden gemacht wird. Die Femurkopfresektion wird eigentlich nur bei kleinen Hunden bis max. 20 kg gemacht - Aussage fast aller Hp`s und auch Tierärzte - also eigentlich nix für unseren Bären. Tja, nun war guter Rat teuer, da so eine Endoprothese das vierfache von einer Fkr. kostet (was aber im Endeffekt nichts mit unserer Entscheidung zu tun hatte). Ich kann euch gar nicht sagen, wie viele graue Haare uns in den drei Wochen gewachsen sind, bis wir uns endlich sicher waren, das wir es wagen und die Fkr machen lassen. Mein Doc reagierte hervorragend als ich zu ihm fuhr, ihm meine Gedankengänge schilderte und sagte das wir nicht wissen, was wir nun tun sollen. Die einzige Antwort die er gab, war, das wir einen unabhängigen Professor der Tierheilkunde kontaktieren sollten, beide Methoden abklopfen lassen und dann entscheiden. Er suchte mir jedoch auch Telefonnummern von Hundebesitzern raus, die ihre großen Hunde ( Labrador- 40kg ) bei ihm operieren ließen. Nachdem ich also diese Leute kontaktiert hatte, sie mir sagten dem Hund ginge es - sorry - Saugut ( die Op war 6!! Jahre her- der zweite Hund den mein Doc operiert hatte), waren die Zweifel gegenüber der Fkr nicht mehr ganz so groß. Also große Frage: Endoprothese oder Fkr??Na ja, die Entscheidung wurde uns dann von Arco abgenommen, da er über Weihnachten so starke Schmerzen hatte, das er kaum noch laufen wollte. Natürlich waren wir sehr unsicher und schliefen nächtelang nicht, aber so im Nachhinein muss ich sagen, diese Entscheidung war richtig. Die OP ist jetzt fast 5 Wochen her und Arco läuft wieder auf allen vieren, ist lebenslustig, springt, läuft Treppen und jagt durchs Feld.*Natürlich hat er ab und zu noch etwas Schmerzen, da er von Muskelkater geplagt wird- aber man merkt doch, das es ihm wesentlich besser geht. Die nächste OP wird in ca. 4 Monaten sein, da er beide Seiten absoluten Schrott als Hüfte hat.

 

 

Hier zeige ich euch
das Röntgenbild von Arco`s Hüfte,
 wo er ganze 8 Monate alt ist.

 

 

 

 

 

 

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* Natürlich mit Genehmigung vom Arzt, da er diese eigentlich schwere Op doch sehr gut wegsteckte und trotz der HD einen relativ guten Muskelaufbau hatte.

 

Fortsetzung